Die Handlung


The Wall ist ein umstrittenes Werk. Es ist mehr oder weniger eine Selbstdarstellung von Roger Waters und war nicht der geringste Anlaß, der zur Trennung der Band führte.  Auch die Thematik, die zum Teil harten "Bilder", die Vermischung verschiedener Empfindungswelten führt schnell zur Polarisierung der Fans. Entweder, man steht mit Abscheu davor oder empfindet es als geniales Werk.   Um die Texte, den Inhalt zu verstehen, ist es fast unumgänglich, den gleichnamigen Film gesehen zu haben. Nur so kann man die Zusammenhänge erkennen, die Rätsel der Geräuschkulisse lösen und die Gesamtaussage beurteilen.   The Wall war von Anfang an als Filmprojekt geplant. Man muß sich das Album eher als den zugehörigen Soundtrack vorstellen. Die wenigen Live-Shows mögen als Ersatz herhalten.  The Wall ist eine Mischung aus flammender Anti-Kriegs-Kampagne, Aufarbeitung der Psychosen Roger Waters´, Philosophien über das Band-Publikum-Verhältnis - alles Themen, die weitab vom tägliche "Love"-Pop/Rock-Song liegen. Der Film - faszinierend, aber schwer verdaulich. 

Hier für alle Neulinge/Neugierigen ein kurzer Überblick über das Geschehen in The Wall: 

Es dreht sich alles um die Person "Pink", eine fiktive Gestalt, die aber eindeutig die Historie Roger Waters in sich trägt und gleichzeitig als Synonym für eine gefeierte Band dient. Pink ist "ausgebrannt" vom ständigen Streß, Tourleben, Drogen und sitzt bekifft in seinem Hotelzimmer, mehr in der imaginären, als in der realen Welt verhaftet. Währenddessen tritt eine Ersatzband ("Surrogate"-Band) vor das wartende Publikum und entpuppt sich als die negative Kraft einer massenbeeinflußenden Größe, vergleichbar - und verglichen - mit den hypnotisierenden Großveranstaltungen der Nazis. 

Pink denkt über sein Leben nach... die Texte der ersten Hälfte sind Rückblenden auf sein Leben, der Tod des Vaters in einem sinnlosen Einsatz in Anzio/Italien bei der Verteidigung eines Brückenkopfes im 2.Weltkrieg, das Unverständnis des jungen Pink, der versucht, zu begreifen, warum alle die glorreichen Soldaten so toll finden, die sich Arme und Beine wegschießen und sich erschießen lassen, anstatt ihre Kinder im Leben zu begleiten, die übertriebene Fürsorge der Mutter, die im Bemühen, den Vater zu ersetzen, mehr erstickt, als hilft, die Schule mit ihren sadistischen Lehrern - alles "Steine in der Mauer", die allmählich um Pink wächst, und ihn vom realen Leben ausschließt.  

Groupies erleben einen dahindämmernden Pink, der plötzlich ausrastet und sein Mobiliar zerstört, um anschließend völlig introvertiert zu werden. Ein Arzt wird herbeigerufen, um ihn wieder zu Bewußtsein zu bringen - hauptsächlich aus wirtschaftlichen Gründen - die Band soll auftreten, als sei nichts geschehen. Pink sieht sich als Diktator auf der Bühne stehen, ein surrealistischer Hitler und schreckt vor seiner eigenen Macht - und seinem zerstörten, gefesselten Geist zurück. 

In seinem Inneren spielt sich eine Gerichtsverhandlung ab - bizarr auf dem Album - noch bizarrer als Cartoon Gerald Scarfe´s im Film - und wird vom Richter verurteilt, seine schützende Mauer niederzureißen und sich dem normalen Leben zu stellen. 
Wer nur die "Schülerhymne" ' We don´t need no education' ( = Another Brick in the Wall Part II) kennt, ist eventuell enttäuscht, oder noch eher schockiert. Ich weiß nicht, was die Band oder die Produzenten seinerzeit bewogen hat, ausgerechnet diesen Song auszukoppeln, aber er ist wohl derjenige, der am wenigsten mit dem Inhalt zu tun hat.

 
Logo Bruder Franziskus Der Text dieser Seite wurde uns freundlicherweise von "Bruder Franziskus" zur Verfügung gestellt.
Auf dieser - wohl umfangreichsten - deutschsprachigen Pink Floyd-Seite könnt Ihr  A L L E S  an Informationen über Pink Floyd und "THE WALL" finden.

Danke Bruder Franziskus